{"id":22288,"date":"2026-03-24T08:06:37","date_gmt":"2026-03-24T07:06:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/?p=22288"},"modified":"2026-03-24T08:46:51","modified_gmt":"2026-03-24T07:46:51","slug":"design-to-cost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/en\/2026\/03\/24\/design-to-cost\/","title":{"rendered":"Design to cost: mastering cost optimisation in engineering"},"content":{"rendered":"<article>\n<h3>Das Wichtigste vorab:<\/h3>\n<p><b>Design to Cost (DtC)<\/b> ist kein klassisches Sparprogramm, sondern eine proaktive Entwicklungsmethode, bei der die Zielkosten als feste technische Anforderung \u2013 gleichrangig zu Leistung oder Qualit\u00e4t \u2013 behandelt werden. Da bis zu 80 % der <a href=\"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/leistungen\/produkt-und-produktionskostenoptimierung\/\">Produktkosten<\/a> bereits in der Konzeptphase festgelegt werden, ist DtC das effektivste Werkzeug, um Margenverluste durch nachtr\u00e4gliche Korrekturen zu verhindern. Wer die Kosten nicht von Beginn an \u201edesignt\u201c, verliert sp\u00e4ter den finanziellen Handlungsspielraum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section style=\"background-color: #666; border-radius: 20px; padding: 20px; border-left: 5px solid #e1b129; margin-bottom: 30px;\">\n<h3>Key Facts zu Design to Cost (DtC)<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Kernprinzip: Kosten sind ein prim\u00e4rer Designparameter, keine nachgelagerte Kalkulationsgr\u00f6\u00dfe.<\/li>\n<li>Hebelwirkung: Die h\u00f6chste Kostenbeeinflussung liegt in der fr\u00fchen Konzeptphase; sp\u00e4tere \u00c4nderungen kosten das Zehnfache.<\/li>\n<li>Methodenmix: Einsatz von Target Costing, Wertanalyse (Value Engineering) und fertigungsgerechter Gestaltung (DfM).<\/li>\n<li>KPI-Fokus: \u00dcberwachung des Deltas zwischen prognostizierten Herstellkosten (Expected Costs) und dem Kostenlimit (Allowable Costs).<\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<nav>\n<h3>Inhaltsverzeichnis<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#definition\">1. Definition: Was Design to Cost wirklich bedeutet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#regel\">2. Die 80\/20-Regel: Warum die Kostenverantwortung im Engineering liegt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#prozess\">3. Der DtC-Prozess: Schritt f\u00fcr Schritt zur Zielerreichung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#methoden\">4. Methoden-Deep-Dive: DFA, DFM und Standardisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#deep-dive\">5. Technischer Deep Dive: Funktionswert-Analyse und Zielkostenspaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#beispiel\">6. Praxisbeispiel: Von der Kostenexplosion zur profitablen Serienreife<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#software\">7. Software &amp; Tools: Die digitale Infrastruktur f\u00fcr Kosten-Transparenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#checklist\">8. Die DtC-Checkliste: Strategische Leitplanken f\u00fcr das Design-Review<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#huerden\">9. Die gr\u00f6\u00dften H\u00fcrden: Warum DtC in der Umsetzung oft scheitert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#fazit\">10. Fazit: Design to Cost als strategischer Erfolgsfaktor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#faq\">11. FAQ \u2013 H\u00e4ufig gestellte Fragen zu Design to Cost<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/nav>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"definition\">\n<h2>1. Definition: Was Design to Cost wirklich bedeutet<\/h2>\n<p><figure id=\"attachment_22289\" aria-describedby=\"caption-attachment-22289\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/design-to-cost.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/design-to-cost-300x200.webp\" alt=\"Design to Cost\" width=\"300\" height=\"200\" class=\"size-medium wp-image-22289\" srcset=\"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/design-to-cost-300x200.webp 300w, https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/design-to-cost-1024x684.webp 1024w, https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/design-to-cost-768x513.webp 768w, https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/design-to-cost-18x12.webp 18w, https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/design-to-cost.webp 1534w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22289\" class=\"wp-caption-text\">Design to Cost<\/figcaption><\/figure>In der klassischen Produktentwicklung folgt der Preis oft dem Design: Ingenieure konstruieren das technisch Machbare, und am Ende berechnet das Controlling die entstandenen Kosten. Design to Cost (DtC) kehrt diesen Prozess radikal um. Hier ist die Kostenobergrenze eine unverhandelbare Randbedingung, die bereits vor der ersten CAD-Skizze feststeht.Es handelt sich um einen ganzheitlichen Managementansatz, der sicherstellt, dass ein Produkt genau die Funktionen besitzt, die der Kunde wertsch\u00e4tzt \u2013 und das zu einem Preis, der am Markt wettbewerbsf\u00e4hig ist und gleichzeitig die gew\u00fcnschte Gewinnmarge sichert. DtC ist somit die Kunst, \u201eVerschwendung\u201c in Form von Over-Engineering systematisch zu vermeiden.<\/p>\n<p>Die mathematische Basis: Target Costs = Target Price &#8211; Target Profit<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEngineering ist die Kunst, das, was jeder f\u00fcr zwei Euro machen kann, f\u00fcr einen Euro zu tun.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"regel\">\n<h2>2. Die 80\/20-Regel: Warum die Kostenverantwortung im Engineering liegt<\/h2>\n<p>Ein kritisches Paradoxon im Engineering ist das Auseinanderdriften von Kostenverantwortung und Kostenentstehung. W\u00e4hrend die tats\u00e4chlichen Rechnungen erst in der Produktion bezahlt werden, werden die Weichen daf\u00fcr bereits am Rei\u00dfbrett gestellt.<\/p>\n<p>Empirische Studien zeigen: Nach Abschluss der Konzeptphase sind oft schon \u00fcber 70 % bis 80 % der Herstellkosten &#8222;eingefroren&#8220;. Wer erst beim fertigen Prototyp versucht, Kosten zu senken, k\u00e4mpft gegen Windm\u00fchlen. Zu diesem Zeitpunkt sind Werkzeuge bestellt, Lieferantenvertr\u00e4ge fixiert und Montageprozesse definiert. DtC setzt deshalb beim ersten Entwurf an, um den maximalen Gestaltungsspielraum zu nutzen, solange die \u00c4nderungskosten noch minimal sind.<\/p>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"prozess\">\n<h2>3. Der DtC-Prozess: Schritt f\u00fcr Schritt zur Zielerreichung<\/h2>\n<p>Ein erfolgreicher DtC-Ansatz gliedert sich in vier iterative Phasen:<\/p>\n<ol>\n<li>Target Costing: Ableitung des Zielpreises aus Markt- und Kundensicht. Was ist der Kunde bereit zu zahlen? Davon wird die Marge abgezogen, um die &#8222;Allowable Costs&#8220; zu erhalten.<\/li>\n<li>Funktionsanalyse: Das Produkt wird in seine Funktionen zerlegt. Welche Bauteile erf\u00fcllen welchen Zweck und stehen die Kosten f\u00fcr diese Bauteile in einem gesunden Verh\u00e4ltnis zum Kundennutzen?<\/li>\n<li>Konzept-Wettbewerb: Ingenieure entwickeln alternative technische L\u00f6sungen (z. B. unterschiedliche Werkstoffe oder Fertigungsverfahren) und bewerten diese sofort finanziell.<\/li>\n<li>Monitoring: Kontinuierliches Tracking der Kostenentwicklung w\u00e4hrend der Detailkonstruktion bis zum Serienanlauf.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section style=\"background-image: linear-gradient(to right, #e2b530, #eccf57); border-radius: 20px; color: #000000; padding: 20px; margin-bottom: 30px;\">\n<h3>W\u00fcnschen Sie hierzu eine Kurzberatung?<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a style=\"color:#000;\" href=\"tel:+4921194198433\">T: +49 211 941 984 33<\/a><\/li>\n<li><a style=\"color:#000;\" href=\"mailto:rendite@kloepfel-consulting.com\">M: rendite@kloepfel-consulting.com<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Forbes2025_100.webp\" alt=\"Forbes Auszeichnung 2025\" width=\"198\" height=\"70\" class=\"alignnone size-full wp-image-21982\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Berater2025_100.webp\" alt=\"Beste Berater Auszeichnung 2025\" width=\"158\" height=\"70\" class=\"alignnone size-full wp-image-21983\" \/><br \/>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"methoden\">\n<h2>4. Methoden-Deep-Dive: DFA, DFM und Standardisierung<\/h2>\n<p>Um die Zielkosten zu erreichen, m\u00fcssen Ingenieure spezifische Hebel beherrschen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Value Engineering (Wertanalyse): Jedes Bauteil wird kritisch hinterfragt. Erf\u00fcllt ein g\u00fcnstigeres Material oder ein anderes Verfahren (z. B. Blechbiegeteil statt Fr\u00e4steil) denselben Zweck ohne Funktionsverlust?<\/li>\n<li>Design for Manufacturing (DfM): Das Design wird f\u00fcr eine effiziente Produktion optimiert. Dies umfasst die Vermeidung von unn\u00f6tigen Toleranzen, die Reduzierung von Aufspannungen in der Zerspanung oder die Optimierung von Entformungsschr\u00e4gen im Guss.<\/li>\n<li>Design for Assembly (DfA): Ziel ist die Minimierung der Montagezeit. Strategien sind hier die Reduzierung der Teileanzahl, die Integration von Schnappverbindungen statt Verschraubungen und die Sicherstellung einer eindeutigen Einbaulage (Poka Yoke).<\/li>\n<li>Modularisierung &amp; Plattformstrategie: Nutzung von Gleichteilen \u00fcber verschiedene Produktlinien hinweg, um Skaleneffekte im Einkauf zu erzielen und die Komplexit\u00e4t in der Logistik zu senken.<\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"deep-dive\">\n<h2>5. Technischer Deep Dive: Funktionswert-Analyse und Zielkostenspaltung<\/h2>\n<p>Im \u201eMaschinenraum\u201c von Design to Cost nutzt man die Zielkostenspaltung (<a href=\"https:\/\/kloepfel-consulting.com\/2026\/03\/24\/cost-breakdown-einkauf\/\">Target Cost Breakdown<\/a>). Dabei wird das Produkt nicht nach Bauteilen, sondern nach Funktionen bewertet.<\/p>\n<p>Ein Value Control Chart visualisiert das Verh\u00e4ltnis:<\/p>\n<ul>\n<li>X-Achse: Anteil der Komponente an den Gesamtkosten.<\/li>\n<li>Y-Achse: Bedeutung der Funktion f\u00fcr den Kunden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bauteile im \u201eDrift-Bereich\u201c (hohe Kosten bei geringem Nutzenanteil) sind die prim\u00e4ren Ziele f\u00fcr ein Redesign. Wenn beispielsweise ein rein \u00e4sthetisches Geh\u00e4useelement 15 % der Kosten verursacht, der Kunde aber nur Wert auf die Pr\u00e4zision der Messwerte legt, liegt ein eklatantes Missverh\u00e4ltnis vor. Hier setzt die Wertanalyse an: Kann die Optik durch ein g\u00fcnstigeres Finish oder eine Funktionsintegration (Geh\u00e4use ist gleichzeitig Tr\u00e4ger) erreicht werden?<\/p>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"beispiel\">\n<h2>6. Praxisbeispiel: Von der Kostenexplosion zur profitablen Serienreife<\/h2>\n<p>Betrachten wir die Entwicklung eines industriellen Steuerungsgeh\u00e4uses f\u00fcr den Maschinenbau. In der ersten Konzeptphase ergab die Vorkalkulation Herstellkosten von 58,00 EUR pro Einheit. Bei einem angestrebten Marktpreis von 150,00 EUR und einer gew\u00fcnschten Marge von 30 % sowie weiteren Vertriebskosten lag das Zielbudget jedoch strikt bei 35,00 EUR.<\/p>\n<p>Das Engineering-Team stand vor einer scheinbar unl\u00f6sbaren Aufgabe, da die technischen Anforderungen (Schutzklasse IP67 und EMV-Schirmung) unverhandelbar waren. Statt den Rotstift bei der Qualit\u00e4t anzusetzen, ging das Team zur\u00fcck in die Wertanalyse:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Der Befund: Das urspr\u00fcngliche Geh\u00e4use bestand aus sechs pr\u00e4zisionsgefr\u00e4sten Aluminium-Einzelteilen, die mit 16 Edelstahlschrauben verbunden waren. Die Montagezeit betrug 12 Minuten.<\/li>\n<li>Die DtC-Optimierung:\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Konzeptwechsel: Umstellung von Zerspanung auf ein zweiteiliges Aluminium-Druckguss-Konzept. Die initialen Werkzeugkosten amortisierten sich bereits nach 400 Einheiten.<\/li>\n<li>Funktionsintegration: Die K\u00fchlrippen wurden direkt in die Geh\u00e4usewand gegossen, statt sie als separate Komponenten aufzuschrauben.<\/li>\n<li>Montage-Check: Ersatz der 16 Schrauben durch 4 zentrale Bolzen und eine umlaufende Dichtungsgeometrie, die sich beim Schlie\u00dfen selbst fixiert.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Das Ergebnis: Die Herstellkosten fielen auf 32,50 EUR. Die Montagezeit wurde auf 3 Minuten reduziert. Das Produkt war am Ende nicht nur 44 % g\u00fcnstiger, sondern durch die geringere Teilevielfalt auch weniger fehleranf\u00e4llig in der Produktion.<\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"software\">\n<h2>7. Software &amp; Tools: Die digitale Infrastruktur f\u00fcr Kosten-Transparenz<\/h2>\n<p>Im modernen Engineering ist Design to Cost ohne digitale Unterst\u00fctzung kaum noch effizient umsetzbar. Excel-Tabellen sto\u00dfen bei komplexen Baugruppen mit hunderten Einzelteilen schnell an ihre Grenzen. Man spricht heute von Cost Engineering Software, die eine Br\u00fccke zwischen CAD und Finanzen schl\u00e4gt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Product Cost Management (PCM): L\u00f6sungen wie Teamcenter PCM oder aPriori erm\u00f6glichen es, CAD-Modelle direkt zu analysieren. Die Software erkennt Geometrie-Features (wie Bohrungen, Taschen oder Rundungen) und berechnet automatisch die Fertigungszeit und die Kosten auf Basis hinterlegter Maschinenstundens\u00e4tze und Materialpreise.<\/li>\n<li>Should-Cost-Analysen: Diese Tools geben dem Ingenieur sofortiges Feedback: \u201eWenn du diese Wandst\u00e4rke um 0,5 mm reduzierst, sinken die Materialkosten um 4 %, aber das Risiko f\u00fcr Verzug im Guss steigt um 12 %.\u201c Solche Simulationen erlauben fundierte Trade-off-Entscheidungen in Echtzeit.<\/li>\n<li>ERP- und PLM-Integration: Eine direkte Schnittstelle zum Einkauf (z. B. SAP) stellt sicher, dass Ingenieure mit realen Preisen kalkulieren und nicht mit Sch\u00e4tzwerten vom Vorjahr. Dies schafft die notwendige Transparenz f\u00fcr \u201eMake-or-Buy\u201c-Entscheidungen: Ist es g\u00fcnstiger, das Teil selbst zu fertigen oder als Standardkomponente zuzukaufen?<\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"checklist\">\n<h2>8. Die DtC-Checkliste: Strategische Leitplanken f\u00fcr das Design-Review<\/h2>\n<p>Ein Design-Review ohne harten Fokus auf die Kosten ist oft reine Zeitverschwendung. Nutzen Sie diese Checkliste f\u00fcr jedes Meilenstein-Meeting, um das Team auf die wirtschaftlichen Ziele einzuschw\u00f6ren:<\/p>\n<ol>\n<li>Funktions-Audit: Gibt es Bauteile oder Features, die nicht explizit vom Kunden gefordert wurden? (Vermeidung von \u201eGold-Plating\u201c).<\/li>\n<li>Teile-Reduktion: L\u00e4sst sich die Anzahl der Bauteile durch Funktionsintegration um mindestens 20 % senken? Jedes eliminierte Teil spart Kosten in der gesamten Kette: Einkauf, Lagerhaltung, Qualit\u00e4tssicherung und Montage.<\/li>\n<li>Toleranz-Check: Ist die gew\u00e4hlte Toleranz wirklich funktionskritisch? Eine Halbierung der Toleranzvorgabe kann die Fertigungskosten eines Bauteils oft vervierfachen.<\/li>\n<li>Standardisierungs-Quote: Wie hoch ist der Anteil an Gleichteilen? Nutzen wir Katalogware (COTS \u2013 Commercial off-the-shelf) oder entwickeln wir das Rad unn\u00f6tigerweise neu?<\/li>\n<li>Montage-Logik: Kann das Produkt intuitiv und nur in einer Richtung montiert werden (Top-Down-Montage)? Dies reduziert die Handhabungszeit und die Fehlerquote drastisch.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"huerden\">\n<h2>9. Die gr\u00f6\u00dften H\u00fcrden: Warum DtC in der Umsetzung oft scheitert<\/h2>\n<p>Trotz der offensichtlichen Logik von Design to Cost scheitern viele Initiativen in der Praxis an kulturellen und organisatorischen Barrieren:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Informationsasymmetrie: Ingenieure haben oft schlicht keine Ahnung, was ihre Konstruktionen kosten. Ohne eine transparente Kosten-Datenbank konstruieren sie \u201eblind\u201c und verlassen sich auf Bauchgef\u00fchl, das oft zu teuren L\u00f6sungen f\u00fchrt.<\/li>\n<li>Die \u201eNot-Invented-Here\u201c-Mentalit\u00e4t: Viele Entwickler sehen Stolz in der Eigenentwicklung. Standardteile zu verwenden, f\u00fchlt sich f\u00fcr sie oft weniger \u201einnovativ\u201c an, ist aber wirtschaftlich fast immer die \u00fcberlegene Strategie.<\/li>\n<li>Silo-Denken: Wenn der Einkauf nur nach Einsparungen bei bestehenden Zeichnungen bewertet wird, hat er keinen Anreiz, sich bereits in der Konzeptphase einzubringen. DtC erfordert jedoch, dass Einkauf und Fertigung bereits am ersten Tag mit am Tisch sitzen.<\/li>\n<li>Falsche Anreizsysteme: Wenn die Zielvorgaben f\u00fcr ein Projekt nur \u201eTermintreue\u201c und \u201etechnische Performance\u201c lauten, wird die Kostenoptimierung immer als Erstes geopfert, wenn es zeitlich eng wird. Wirtschaftlichkeit muss ein KPI sein, der genauso schwer wiegt wie die Funktion.<\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"fazit\">\n<h2>10. Fazit: Design to Cost als strategischer Erfolgsfaktor<\/h2>\n<p><em>Design to Cost<\/em> ist weit mehr als eine Methode zur Kostensenkung \u2013 es ist ein kultureller Wandel im Engineering. Es zwingt Unternehmen dazu, technische Brillanz mit wirtschaftlicher Vernunft zu paaren. Wer DtC fest in seinem Entwicklungsprozess verankert, reduziert nicht nur seine Herstellkosten, sondern verk\u00fcrzt oft auch die Time-to-Market durch einfachere, standardisierte Designs. In einem Marktumfeld, in dem technologische Alleinstellungsmerkmale immer kurzlebiger werden, wird die F\u00e4higkeit, punktgenau auf Kostenziel zu entwickeln, kein \u201eNice-to-have\u201c mehr, sondern eine \u00dcberlebensstrategie.<\/p>\n<p>Letztlich transformiert DtC das Engineering von einer reinen Erf\u00fcllungsinstanz hin zu einem proaktiven Wertgestalter im Unternehmen. Es ist die strategische Antwort auf steigende Kostendr\u00fccke und komplexe Lieferketten, indem es wirtschaftliche Resilienz direkt in die Produkt-DNA einbaut und so den langfristigen Unternehmenserfolg sichert.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEchte Innovation liegt nicht darin, das Teuerste zu bauen, sondern das Beste f\u00fcr den Preis zu schaffen, den die Welt bereit ist zu zahlen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<section id=\"faq\">\n<h2>11. FAQ \u2013 H\u00e4ufig gestellte Fragen zu Design to Cost<\/h2>\n<h3>Bedeutet Design to Cost immer schlechtere Qualit\u00e4t?<\/h3>\n<p>Nein. DtC eliminiert Verschwendung (Over-Engineering). Ziel ist es, die vom Kunden geforderte Qualit\u00e4t zum optimalen Preis zu liefern. Oft steigt die Qualit\u00e4t sogar, da einfachere Designs weniger fehleranf\u00e4llig sind.<\/p>\n<h3>Wann ist der beste Zeitpunkt f\u00fcr DtC?<\/h3>\n<p>In der fr\u00fchen Konzeptphase. Sobald die ersten festen Werkzeugentscheidungen getroffen sind, sinkt der Hebel f\u00fcr signifikante Kostenoptimierungen rapide gegen Null.<\/p>\n<h3>Was ist der Unterschied zwischen DtC und Value Engineering?<\/h3>\n<p>Design to Cost ist der \u00fcbergeordnete Prozess w\u00e4hrend der Entwicklung. Value Engineering (Wertanalyse) ist eine spezifische Methode innerhalb dieses Prozesses, um den Wert einer Funktion im Verh\u00e4ltnis zu ihren Kosten zu optimieren.<\/p>\n<h3>Wer tr\u00e4gt im Unternehmen die Verantwortung f\u00fcr DtC?<\/h3>\n<p>Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Federf\u00fchrung liegt beim Engineering, ben\u00f6tigt aber zwingend die Datenexpertise aus Einkauf, Controlling und Produktion.<\/p>\n<\/section>\n<\/article>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"https:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"FAQPage\",\n  \"mainEntity\": [\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Bedeutet Design to Cost immer schlechtere Qualit\u00e4t?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Nein. DtC eliminiert Verschwendung (Over-Engineering). Ziel ist es, die vom Kunden geforderte Qualit\u00e4t zum optimalen Preis zu liefern. Oft steigt die Qualit\u00e4t sogar, da einfachere Designs weniger fehleranf\u00e4llig sind.\"\n      }\n    },\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Wann ist der beste Zeitpunkt f\u00fcr DtC?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"In der fr\u00fchen Konzeptphase. 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