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Kritische Infrastruktur: TÜV warnt vor Sicherheitslücken bei Notstrom und Cyberabwehr

TÜV schlägt Alarm bei Notstrom

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Deutschlands kritische Netze geraten zunehmend unter Druck: Während Angriffe auf Energie- und Verkehrsnetze zunehmen, zeigen sich erhebliche Schwachstellen bei der Notfallversorgung vor Ort. In jedem dritten Sonderbau wie Kliniken oder Schulen funktionieren die Notstromsysteme im Ernstfall nicht zuverlässig. Der TÜV-Verband fordert deshalb von Bund und Betreibern gezielte Investitionen, um die Ausfallsicherheit grundlegend zu stärken.

Die Kernpunkte:

  • Reale Sabotagegefahr: Gezielte Attacken auf Strom, Verkehr und Kommunikation gehören inzwischen zum Betriebsrisiko in Deutschland.
  • Mängel beim Notstrom: 35 Prozent der Notstromanlagen in Sonderbauten weisen erhebliche Defizite auf – Tendenz seit 2022 steigend.
  • Gekoppelte Systeme: 15 Prozent der Unternehmen melden Cyberangriffe. Durch die enge Vernetzung digitaler Steuerungen mit physischer Anlagentechnik wächst das Schadenspotenzial.
  • Investitionsbedarf: Der TÜV plädiert dafür, Mittel aus dem Bundes-Sondervermögen einzusetzen und private Eigentümer stärker zu verpflichten.

TÜV fordert Kurswechsel beim Schutz kritischer Anlagen

Ob Stromversorgung, Verkehrs-IT oder Mobilfunk: Sabotageversuche und gezielte Störungen sind längst keine theoretische Bedrohung mehr. Der TÜV-Verband warnt davor, dass diese Vorfälle zur dauerhaften Belastungsprobe werden. Joachim Bühler, Geschäftsführer des Verbands, sieht akuten Handlungsbedarf: Reine Früherkennung reiche nicht mehr aus. Entscheidend sei vielmehr die Resilienz – kritische Systeme müssten im Ernstfall weiterlaufen oder sich nach einem Ausfall ohne lange Verzögerung wieder hochfahren lassen.

Jede dritte Notstromanlage in Kliniken und Schulen mangelhaft

Wie anfällig viele Einrichtungen im Alltag sind, belegt der aktuelle „TÜV-Baurechtsreport 2026“. Ausgerechnet bei sensiblen Bauten wie Krankenhäusern, Schulen oder Einkaufszentren stellten die Prüfer bei 35 Prozent der Notstromanlagen wesentliche Mängel fest – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2022. Die Ursachen sind meist vermeidbar, haben aber gravierende Folgen: entladene Starterbatterien, überalterter Treibstoff oder Aggregate, die schlichtweg nicht anspringen. Um gegenzusteuern, schlägt der Verband vor, Bundesmittel aus dem Sondervermögen gezielt für moderne Notstromkonzepte bereitzustellen. Gleichzeitig müssten private Betreiber spürbar mehr Eigenmittel in die Instandhaltung investieren.

Vernetzte Technik: Wenn IT-Ausfälle reale Anlagen lahmlegen

Neben den physischen Mängeln verschärft sich die digitale Bedrohungslage. Laut der aktuellen TÜV-Cybersecurity-Studie war im vergangenen Jahr fast jedes sechste Unternehmen (15 Prozent) Ziel von Cyberangriffen, häufig ausgehend von professionellen, teils staatlich gesteuerten Gruppen. Das eigentliche Risiko liegt laut Bühler im Zusammenspiel beider Bereiche: Steuern digitale Systeme physische Komponenten der Gebäude- oder Verkehrstechnik, führt ein IT-Kollaps unmittelbar zum Stillstand der gesamten Anlage. IT-Sicherheit und physischer Anlagenschutz können daher in Zukunft nicht mehr getrennt voneinander organisiert werden.

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