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Continental zeigt Reifen aus 80 Prozent Öko-Material

Continental Zevra Reifen

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Das Wichtigste auf einen Blick

Im EU-Forschungsprojekt „ZEvRA“ hat Continental einen Konzeptreifen vorgestellt, dessen Materialbasis zu über 80 Prozent aus nachhaltigen Quellen stammt – ohne spürbare Einbußen bei Sicherheit und Rollwiderstand. Gleichzeitig fordert das Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik, damit derartige Entwicklungen den Schritt von der Teststrecke in die Großserie schaffen.

Die Kernfakten Continental ZEvRA Reifen:

 

  • Einziger Reifenhersteller im Projekt: Continental vertritt die Branche als einziger Reifenbauer im 28 Partner starken EU-Konsortium „ZEvRA“.
  • Hohe Recyclingquote: Der Prototyp setzt sich zu 43 Prozent aus Rezyklaten und insgesamt zu über 80 Prozent aus nachhaltigen Stoffen zusammen.
  • Ungewöhnliche Rohstoffe: Verarbeitet werden unter anderem Altreifengummi, PET-Flaschen, Pyrolyse-Ruß und Reststoffe wie alter Gießereisand.
  • Forderung nach Standards: Für eine breite Serienfertigung fehlen bislang europaweit einheitliche Definitionen für Sekundärrohstoffe und belastbare Lieferketten.
  • Zielmarke 2030: Bis zum Ende des Jahrzehnts will Continental den Anteil nachhaltiger Materialien im Gesamtsortiment auf mindestens 40 Prozent steigern.

Hohe Effizienz trotz Recyclingquote

Continental meldet einen Entwicklungsschritt bei der ressourcenschonenden Reifenfertigung: Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts „ZEvRA“ hat der Zulieferer einen Pkw-Konzeptreifen präsentiert, der zu über 80 Prozent aus erneuerbaren, recycelten oder massenbilanzierten Rohstoffen besteht.

Laut Dr. Andreas Topp aus der Reifenentwicklung liegt der reine Rezyklat-Anteil bei 43 Prozent. Technisch soll das Modell keine Kompromisse erfordern: Nach Angaben des Unternehmens erreicht der Reifen beim EU-Reifenlabel die Bestnote für den Rollwiderstand – ein Kriterium, das vor allem für die Reichweite von Elektrofahrzeugen maßgeblich ist.

Von PET-Garn bis Gießereisand

Um diese Quoten zu erzielen, setzt Continental auf eine Reihe alternativer Sekundärstoffe. Im Aufbau stecken unter anderem aufbereiteter Stahl, Altreifengummi, recyceltes Tallöl sowie Garn aus gebrauchten PET-Flaschen. Den benötigten Industrieruß gewinnt das Unternehmen über Pyrolyseverfahren aus Altreifen zurück; Reststoffe wie Gießereisand dienen als Rohstoffbasis für die Silica-Beimischung (Kieselsäure).

Einzelne dieser Verfahren sind in der Produktion bereits erprobt: Am hessischen Standort Korbach verwendet Continental den rückgewonnenen Ruß seit 2023 regulär für die Fertigung von Industrie-Vollgummireifen.

Hersteller fordert klare Vorgaben aus Brüssel

Damit solche Ansätze rentabel in hohen Stückzahlen für Pkw gebaut werden können, sieht der Konzern die Regulierungsbehörden am Zug. Nach Ansicht von Jorge Almeida, Nachhaltigkeitsleiter der Reifensparte, scheitert der breite Einsatz bisher an fehlenden Marktvoraussetzungen. Continental fordert vor allem einheitliche EU-Standards für Recyclingmaterialien, den Ausbau industrieller Verwertungskapazitäten und schlankere bürokratische Prozesse.

Die eigenen Ziele hat der Konzern derweil festgeschrieben: Lag der Anteil nachhaltiger Rohstoffe im weltweiten Pkw-Sortiment 2025 bei 28 Prozent, soll er bis 2030 auf mindestens 40 Prozent wachsen.

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